Der Markt verschiebt sich –
und Gartencenter müssen ihre Stärken sichtbar machen

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Wo kaufen Kundinnen und Kunden künftig Blumen und Pflanzen?
Der Markt für Blumen und Pflanzen bleibt in Bewegung. Dabei zeigt sich eine Entwicklung, die für inhabergeführte Gartencenter von großer Bedeutung ist: Die Nachfrage verschwindet nicht, aber sie verteilt sich zunehmend anders. Blumen und Pflanzen werden immer häufiger dort gekauft, wo Verbraucherinnen und Verbraucher ohnehin unterwegs sind – beim Einkauf im Supermarkt, beim Discounter oder an anderen leicht erreichbaren Verkaufsstellen.

Landgard beobachtet für das erste Quartal 2026 eine deutliche Verschiebung der Umsätze zulasten des klassischen Fachhandels. Nach Angaben der Erzeugergenossenschaft hat sich im Bereich Blumen und Pflanzen ein Umsatzanteil von rund sechs Prozent in Richtung anderer Vertriebskanäle verlagert. Gleichzeitig ist der Absatz nicht eingebrochen: Im März 2026 wurden nach den vorliegenden Angaben sogar 4,2 Prozent mehr Blumen und Pflanzen verkauft als im Vorjahresmonat.
Das ist die entscheidende Nachricht: Nicht das Produkt verliert grundsätzlich an Bedeutung, sondern der Ort des Einkaufs verändert sich. Verfügbarkeit, kurze Wege und die Möglichkeit, den Pflanzenkauf mit dem täglichen Einkauf zu verbinden, gewinnen für viele Menschen an Gewicht. Discounter und Vollsortimenter profitieren von diesem Verhalten. Auch der Systemhandel kann seine Reichweite und seine standardisierten Abläufe ausspielen.


Der Fachhandel steht unter Druck
Die Entwicklung trifft den Fachhandel nicht überall gleich, macht aber deutlich, wie stark sich die Wettbewerbssituation verändert. Für Gartencenter reicht es deshalb nicht aus, lediglich ein breites Sortiment bereitzuhalten. Sie müssen für Kundinnen und Kunden erkennbar mehr bieten als die schnelle Verfügbarkeit eines Produkts.

Gerade darin liegt die Chance inhabergeführter Gartencenter. Ihre Stärken sind die persönliche Beratung, die fachliche Kompetenz, die Qualität der Pflanzen und die Fähigkeit, Sortimente individuell auf die Region und die eigenen Kundengruppen auszurichten. Wer diese Leistungen sichtbar macht, kann dem reinen Preis- und Verfügbarkeitsvergleich etwas entgegensetzen.Das bedeutet auch, die eigene Rolle konsequent weiterzuentwickeln: vom Verkaufsort zum verlässlichen Ansprechpartner für alle Fragen rund um Garten, Pflanzen und Lebensqualität. Eine gute Beratung hilft bei der Auswahl des richtigen Standorts, erklärt Pflegefehler, empfiehlt passende Kombinationen und schafft Sicherheit bei der Kaufentscheidung. Genau dieser Mehrwert lässt sich im Supermarktregal nur begrenzt abbilden.

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Was die Entwicklung für den Fachhandel bedeutet
Die Verschiebung der Umsätze ist deshalb mehr als eine Momentaufnahme. Sie zeigt, dass sich die Einkaufsgewohnheiten bei Blumen und Pflanzen verändern. Der Einzelhandel gewinnt dort an Bedeutung, wo er mit guter Erreichbarkeit, langen Öffnungszeiten und der Verbindung mit dem täglichen Einkauf punkten kann.
Für Gartencenter entsteht daraus ein klarer Handlungsauftrag: Die eigenen Stärken müssen für Kundinnen und Kunden unmittelbar erkennbar sein. Fachwissen, persönliche Beratung, besondere Pflanzenqualitäten und ein sorgfältig zusammengestelltes Sortiment sind wertvolle Vorteile – aber nur, wenn sie auch sichtbar kommuniziert und im Gartencenter erlebbar werden.
Der Fachhandel kann und muss dabei nicht den Einzelhandel kopieren. Seine Chance liegt vielmehr darin, ein Angebot zu schaffen, das über die schnelle Mitnahme hinausgeht. Wer Menschen inspiriert, bei der Auswahl unterstützt und konkrete Lösungen für ihren Garten anbietet, schafft einen Mehrwert, den ein Regal im Supermarkt oder Discounter nur schwer leisten kann.

Was Gartencenter jetzt daraus ableiten können

Die aktuellen Entwicklungen sind kein Anlass für Aktionismus, aber ein deutlicher Hinweis, die eigene Position regelmäßig zu überprüfen. Für inhabergeführte Gartencenter können insbesondere fünf Punkte wichtig sein:
• Beratung sichtbar machen: Fachwissen darf nicht nur vorhanden sein, sondern muss am Verkaufsort, in der Werbung und in den digitalen Kanälen erkennbar werden.
• Das Sortiment profilieren: Regionale Besonderheiten, besondere Qualitäten, robuste Sorten, Eigenproduktion und saisonale Kompetenz schaffen Unterscheidbarkeit.
• Einkauf zum Erlebnis machen: Veranstaltungen, Vorführungen, Workshops, Gastronomie und inspirierende Präsentationen geben Kundinnen und Kunden einen Grund, das Gartencenter gezielt zu besuchen.
• Digitale Kontaktpunkte nutzen: Website, Newsletter und soziale Medien sollten nicht nur Angebote verbreiten, sondern Orientierung, Pflegewissen und Inspiration liefern.
• Kooperationen stärken: Gemeinsame Aktionen mit regionalen Produzenten, Vereinen, Gastronomie, Handwerk und anderen Partnern können Reichweite und Kundenbindung erhöhen.

Der Wettbewerb mit Discountern und Vollsortimentern lässt sich nicht allein über den Preis gewinnen. Für Gartencenter liegt die Antwort vielmehr in der Verbindung von Produkt, Fachwissen, Atmosphäre und persönlicher Beziehung. Kundinnen und Kunden müssen spüren, warum sich der Besuch lohnt – auch dann, wenn die benötigte Pflanze theoretisch an vielen anderen Orten erhältlich ist.

Der Kuchen wird nicht automatisch größer
Die Marktverschiebung macht eines deutlich: Die Branche kann nicht darauf bauen, dass eine wachsende Nachfrage alle Anbieter gleichermaßen trägt. Wenn sich das Einkaufsverhalten verändert und die Konsumstimmung zurückhaltend bleibt, wird der Wettbewerb um Aufmerksamkeit und Kaufentscheidung intensiver.
Für inhabergeführte Gartencenter ist das zugleich eine strategische Aufgabe und eine Chance. Sie können näher an ihren Kundinnen und Kunden sein, schneller auf regionale Bedürfnisse reagieren und ihre persönliche Handschrift bewahren. Wer diese Nähe mit professionellen Abläufen, einer klaren Positionierung und zeitgemäßer Kommunikation verbindet, schafft gute Voraussetzungen für die Zukunft.Die Botschaft aus den aktuellen Marktdaten lautet deshalb nicht: Der Fachhandel hat keine Zukunft. Sie lautet: Seine Zukunft hängt stärker denn je davon ab, welchen konkreten Mehrwert er bietet – und ob dieser Mehrwert für die Kundinnen und Kunden sichtbar und erlebbar ist.

Redaktioneller Hinweis: Dieser Beitrag wurde auf Grundlage öffentlich zugänglicher Informationen von Landgard, der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft und weiterer Branchenquellen erstellt. Er ist eine redaktionelle Einordnung für die Mitgliedsbetriebe des VDG.


Transparenzhinweis: Dieses Dokument wurde mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz erstellt. Es wurde von einem Menschen inhaltlich geprüft, ergänzt und redaktionell verantwortet.

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