Debatte um tägliche Höchstarbeitszeit - warum der VDG mehr Flexibilität begrüßt

In der Politik wird aktuell intensiv über die Zukunft der täglichen Höchstarbeitszeit diskutiert. Im Kern geht es darum, ob das bisherige starre Arbeitszeitrecht mit einer festen täglichen Obergrenze von acht Stunden (bzw. zehn Stunden mit Ausgleich) noch zeitgemäß ist oder ob es stärker an einer wöchentlichen Höchstarbeitszeit ausgerichtet werden sollte. Ziel dieser Überlegungen ist es, Betrieben und Beschäftigten mehr Flexibilität zu ermöglichen.

Für Gartencenter ist diese Debatte von besonderer Bedeutung. Unsere Branche ist in hohem Maße von saisonalen Spitzen geprägt. Gerade in den Frühjahrs- und Herbstmonaten, bei guten Wetterlagen oder rund um verkaufsstarke Wochenenden entsteht kurzfristig ein deutlich erhöhter Arbeitsanfall. Diese Spitzen lassen sich mit den bestehenden, sehr starren Tagesgrenzen oft nur schwer abbilden – selbst dann, wenn Beschäftigte bereit wären, vorübergehend länger zu arbeiten und dafür zu anderen Zeiten kürzerzutreten.

Der VDG begrüßt daher grundsätzlich Überlegungen, die Arbeitszeitregelungen flexibler und praxisnäher auszugestalten. Aus unserer Sicht geht es dabei nicht um eine generelle Ausweitung von Arbeitszeiten, sondern um eine bessere Anpassung an reale Marktsituationen. Gartencenter benötigen die Möglichkeit, in kurzen, intensiven Phasen mehr Arbeitsleistung zu erbringen, ohne dabei dauerhaft Mehrarbeit aufzubauen oder unnötige Bürokratie auszulösen.

Eine stärkere Orientierung an einer wöchentlichen Arbeitszeit kann hier ein sinnvoller Ansatz sein, sofern gleichzeitig der Schutz der Beschäftigten, ausreichende Ruhezeiten und der Gesundheitsschutz weiterhin gewährleistet bleiben. Flexibilität darf nicht einseitig zulasten der Mitarbeitenden gehen, sondern muss planbar, transparent und fair ausgestaltet sein.

Aus Sicht des VDG würde eine solche Anpassung dazu beitragen, Betriebe handlungsfähiger zu machen, Saisonspitzen besser zu bewältigen und vorhandenes Personal gezielter einzusetzen. Gerade vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels ist es wichtig, bestehende Arbeitszeitregelungen so zu gestalten, dass sie betrieblichen Realitäten gerecht werden und zugleich attraktive Arbeitsbedingungen ermöglichen.

Die politischen Diskussionen sind derzeit noch nicht abgeschlossen, konkrete gesetzliche Änderungen liegen noch nicht vor. Der VDG begleitet den Prozess aufmerksam und bringt die Perspektive der Gartencenter aktiv ein. Unser Ziel ist es, eine Lösung zu erreichen, die Flexibilität ermöglicht, ohne den Arbeitsschutz auszuhöhlen, und die den besonderen Anforderungen unserer Branche Rechnung trägt.

Über weitere Entwicklungen werden wir Sie wie gewohnt informieren.

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