VDG-Branchenbarometer Februar 2026 – Trends und Einordnung

Der Februar 2026 hat die Garten-Center-Branche vor eine typische Herausforderung gestellt: Während eisige Temperaturen im Nordosten die Umsätze bremsten, sorgten milde Phasen im Südwesten für einen spürbaren Aufschwung. Besonders die letzten fünf Tage des Monats brachten einen deutlichen Nachfrageschub – ein Muster, das zeigt, wie empfindlich die Branche auf Wetterkapriolen reagiert. Insgesamt fiel die Bilanz des Monats leicht positiv aus, auch wenn das Rekordniveau des Vorjahres nicht erreicht wurde. Die Kunden waren jedoch deutlich kaufbereit, sobald die Bedingungen stimmten – ein Zeichen für die anhaltende Attraktivität des Fachhandels.

Gewinner: Frühlingshafte Sortimente und Erlebnisangebote

Die klaren Gewinner des Monats waren Balkon- und Beetpflanzen (inkl. Kräuter und Gemüse) sowie Stauden, die von der frühen Gartensaison profitierten. Auch Torf, Erde und Dünger verzeichneten überdurchschnittliche Zuwächse, da viele Kunden die ersten warmen Tage für die Vorbereitung ihrer Beete nutzten. Ein weiterer Lichtblick war die Gastronomie in den Centern, die mit einem Plus von über 8 % gegenüber dem Vorjahr punktete. Dies unterstreicht, wie wichtig zusätzliche Aufenthaltsqualität für die Kundenbindung wird. Selbst Oster- und Weihnachtsartikel – eigentlich keine klassische Februarware – verkauften sich überraschend gut, was auf frühe Vorbereitungen für die Festtage hindeutet.


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Verlierer: Wetterabhängige und klassische Sortimente

Auf der anderen Seite litten Baumschulware und Pflanzenschutzmittel unter der zögerlichen Nachfrage, während Sämereien weiterhin rückläufig sind. Hier zeigt sich ein langfristiger Trend: Immer mehr Kunden setzen auf vorgezogene Pflanzen statt auf Aussaat. Auch Topfpflanzen (blühend und grün) blieben hinter den Erwartungen zurück, was auf eine Verschiebung der Nachfrage hin zu pflegeleichteren Alternativen wie Stauden oder bepflanzten Schalen hindeutet.

Klein, aber fein: Betriebe mit Flexibilität vorne

Interessant ist, dass kleinere Garten-Center (bis 2,5 Mio. € Umsatz) im Februar besser abschnitten als große Betriebe. Dies könnte daran liegen, dass sie schneller auf regionale Wetterfenster reagieren können – etwa durch gezielte Aktionen oder eine agilere Lagerpolitik. Die Produktivität pro Mitarbeiter stieg branchenweit, was darauf hindeutet, dass die Betriebe ihre Ressourcen effizient einsetzten.

Fazit: Gute Stimmung, aber keine Entwarnung

Der Februar war kein Rekordmonat, aber ein solider Auftakt – besonders vor dem Hintergrund der Wetterextreme. Die starke Nachfrage nach frühlingshaften Artikeln und die positive Entwicklung der Gastronomie zeigen, dass Garten-Center als Erlebnisdestination an Bedeutung gewinnen. Gleichzeitig bleibt die Abhängigkeit vom Wetter ein Risiko. Die ersten Märztage bestätigen jedoch den optimistischen Ausblick: Die Kunden sind da, und sie sind bereit zu investieren. Jetzt gilt es, diese Dynamik in die Hauptsaison zu tragen – mit dem richtigen Sortiment und einer Portion Flexibilität.


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