veränderungen in der branche


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Was sich in unserer Branche gerade verändert

Im Grünen Handel zeigen sich derzeit deutliche strukturelle Veränderungen, die das Marktgeschehen spürbar beeinflussen. Mehrere Entwicklungen wirken gleichzeitig und verändern die Rahmenbedingungen über das übliche saisonale Maß hinaus.

1. Unterschiedliche Preisgefüge zwischen Vermarktungswegen In verschiedenen Sortimenten fallen deutliche Unterschiede zwischen den Preisniveaus einzelner Absatzkanäle auf. Während Produkte im Lebensmitteleinzelhandel teilweise sehr günstig angeboten werden, liegen die Einkaufspreise im Fachhandel für vergleichbare Qualitäten häufig höher. Zudem zeigt sich, dass Preise auf digitalen Handelsplattformen bei bestimmten Qualitäten über den Preisen der Direktvermarktung liegen können. Diese Unterschiede sind sichtbar, auch wenn die dahinterliegenden Mechanismen nicht immer transparent sind.

2. Rückgang und strukturelle Veränderung von Produktionskapazitäten Die Zahl gärtnerischer Produktionsbetriebe nimmt seit Jahren ab – das betrifft kleinere Produktionsbetriebe, wie auch größere. Neben klassischen Betriebsaufgaben kommt es zunehmend auch zu Umnutzungen bestehender Produktionsflächen, etwa wenn Gewächshausstandorte nicht mehr für die Pflanzenproduktion eingesetzt, sondern für andere wirtschaftliche Zwecke genutzt werden, beispielsweise für Energieerzeugung oder technische Infrastruktur, so wie gerade geschehen im Gartenbaubetrieb Westhoff in Südlohn (NRW). Solche Veränderungen reduzieren die verfügbaren Produktionskapazitäten und wirken sich langfristig auf Sortimentstiefe, regionale Verfügbarkeit und Angebotsstrukturen aus.

3. Selektive Verfügbarkeit bestimmter Produkte Bei einzelnen Sortimenten fällt auf, dass bestimmte Qualitäten in der freien Vermarktung nur eingeschränkt verfügbar sind, jedoch in einzelnen Vertriebskanälen weiterhin angeboten werden. Diese selektive Verfügbarkeit deutet auf veränderte Vermarktungsstrukturen hin.

4. Veränderungen in Sortimentsvielfalt und regionalen Besonderheiten Die Sortimentslandschaft verändert sich: Handwerklich erzeugte Qualitäten, regionale Spezialitäten oder kleinere Chargen sind nicht überall in gleicher Weise verfügbar wie in früheren Jahren. Dies wirkt sich auf die Vielfalt und Differenzierungsmöglichkeiten im Handel aus.

Diese Entwicklungen treten je nach Region, Sortiment und Betriebsstruktur unterschiedlich stark auf. Diese strukturellen Veränderungen wirken sich spürbar auf die Situation der Gartencenter aus. Wenn Produktionskapazitäten zurückgehen, Vermarktungswege sich verändern und bestimmte Qualitäten nur noch selektiv verfügbar sind, beeinflusst das die Sortimentsgestaltung, die Planungssicherheit und die Differenzierungsmöglichkeiten im Fachhandel.

Unterschiedliche Preisgefüge zwischen Vermarktungswegen können zudem die Kalkulation im Einkauf erschweren, insbesondere wenn vergleichbare Qualitäten zu sehr unterschiedlichen Konditionen angeboten werden. Hohe Preisunterschiede zwischen Absatzkanälen können die Preiswahrnehmung der Kunden beeinflussen und der Verkauf im Gartencenter geht zurück. Kunden orientieren sich neu. Auch die Sortimentsvielfalt steht unter Druck, wenn regionale Produktionen, Spezialitäten oder kleinere Chargen weniger verfügbar sind. Für viele Gartencenter sind genau diese Qualitäten ein wichtiger Bestandteil ihres Profils und ihrer Abgrenzung zu anderen Absatzkanälen.Insgesamt entsteht aktuell ein Marktumfeld, das stärker von strukturellen Veränderungen geprägt ist als in früheren Jahren. Diese Entwicklungen zu beobachten und einzuordnen, ist daher für die Branche von zunehmender Bedeutung.

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