Einordnungen des Verbands

Mediterrane Ameisen

Ameisen-Alarm? So behalten Sie die Kontrolle – mit der VDG-Leitlinie 2026

Strukturiert reagieren statt hektisch bekämpfen: Was Mitgliedsbetriebe jetzt konkret tun können.

In den letzten Wochen erreichen den Verband vermehrt Hinweise aus Mitgliedsbetrieben: In Garten-Centern treten auffällige Ameisenvorkommen auf – teils verbunden mit Verdachtsmeldungen zur eingeschleppten Art Tapinoma magnum („Große Drüsenameise“). Behörden ordnen diese Art in Deutschland als potenziell invasiv ein und führen sie auf Beobachtungslisten. Genau das macht das Thema so heikel: Es geht nicht um „Ameisen allgemein“, sondern um Massenauftreten und Situationen, in denen aus einem lokalen Befund schnell ein Standort- und Prozessrisiko werden kann – vor allem über Warenbewegungen, Stellflächen, Substrate sowie Container-/CC-Logistik. Der praktische Schaden entsteht dabei selten durch „ein paar Tiere“, sondern durch die Dynamik: Wo Ware warm und geschützt steht, wo Trays/Paletten bewegt werden und wo Übergänge innen/außen nicht sauber geführt sind, kann sich Aktivität stabilisieren – und über interne Wege unnötig verbreitern. Das kostet Zeit, erzeugt Reklamationen, belastet das Kundenerlebnis und kann im ungünstigen Fall sogar Abstimmungen mit Kommune oder Umfeldflächen nötig machen.

Damit Sie als inhabergeführtes Garten-Center nicht in Aktionismus geraten (oder sich von „Dringlichkeits-Angeboten“ Dritter treiben lassen), hat der Verband die VDG-Leitlinie 2026 – Zum Umgang mit mediterranen Ameisen in Gartencentern gebündelt. Der Nutzen für Sie: eine klare, dokumentierte Maßnahmenlogik, die im Alltag funktioniert – von Früherkennung bis zur sauberen Eskalation.Was heißt das konkret im Betrieb?

Die Leitlinie empfiehlt eine einfache Grundlogik: früh sehen, nicht verteilen, sauber dokumentieren, fachlich klären. Besonders wirksam ist der Wareneingang: Ein kurzer Standardcheck pro Charge (oder stichprobenartig) hilft, Auffälligkeiten zu erkennen, bevor Ware über Abteilungen und Stellflächen verteilt wird.

Ergänzend lohnt sich ein strukturierter Rundgang durch typische Hotspots (Übergänge innen/außen, warme/geschützte Kanten, Außenverkaufsflächen, Containerstellplätze), damit im Ereignisfall nicht erst „gesucht“ werden muss. Kommt es zu einem Verdacht, zählt vor allem die 0–48-Stunden-Kette:

  1. Stop & Sperrfläche (Warenbewegung minimieren)
  2. Dokumentation (Fotos + Kurzprotokoll)
  3. Separierung & Rückverfolgbarkeit (betroffene Chargen/Wege erfassen)
  4. fachliche Klärung anstoßen über die zuständigen Stellen.

Mediterrane Ameisen
Mediterrane Ameisen

Das ist für Mitgliedsbetriebe betriebswirtschaftlich entscheidend: Sie halten den Verdachtspunkt klein, sichern Entscheidungsfähigkeit – und vermeiden teure Folgefehler durch „einmal quer durchs Haus“.

Wichtig: Die Leitlinie betont ausdrücklich, dass Mitarbeitende keine Artdiagnostik leisten müssen. Im Zweifel wird der Verdacht gemanagt, nicht „bestimmt“ – und erst auf Basis einer sauberen Faktenlage werden externe Leistungen sinnvoll beauftragt. Wenn später ein bestätigter/erhärteter Verdacht vorliegt, wechselt das Vorgehen vom Erstmanagement in ein Maßnahmenprogramm (Tag 2–30): Lagebild aktualisieren, Zonen definieren, Monitoring aufsetzen und Maßnahmen so führen, dass sie nachhaltig wirken statt nur kurzfristig „Ruhe zu erzeugen“.

So erhalten Sie das Dokument:
Mitgliedsbetriebe können die Leitlinie beim Verband per E-Mail anfordern: verband@garten-center.de

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