Von 33°C auf 13°C in 3 Tagen und zurück
oder Sonnenbrand in Helsinki

„Sommer” wird in Finnland eigentlich als die Zeit ohne Schnee bezeichnet. Aber auch hier hat das Wetter Kapriolen geschlagen. Es war der heißeste Mai seit Jahrzehnten.
So hat Helsinki die VDG-Teilnehmer letzten Sonntag sowohl mit wunderbar sonnigem Wetter und fast 33°C begrüßt als auch mit einem nicht dunkelwerden wollenden Abend.
Als es um 1 Uhr nachts immer noch fast taghell war, hat die Gruppe sich entschlossen, doch zu Bett zu gehen.
 

Nach der Stadtrundfahrt ging es am Montag zu Naava, dem Unternehmen, das „grüne Wände“ mit Hilfe von ausgeklügelter Technologie über die Cloud steuert, um die Raumluft und damit das Wohlbefinden der Mitarbeiter in geschlossenen Räumen zu verbessern. Unternehmen wie Google setzen diese schicken Designwände bereits ein. Danach wechselten wir in dem Gebäude für Start-Ups zu Plantuii. * Das Unternehmen hat ein Patent auf Tischbeleuchtungslampen für Pflanzen. Erstaunlich für uns war, wie es das Unternehmen mit nur 1 Produkt und 4 Vollzeitmitarbeitern geschafft hat, durch Crowdfunding über 5 Millionen Euro einzusammeln.
Bei dem ältesten Unternehmen Finnlands (1649 gegründet) durften wir einige Gartengeräte-Neuheiten, die erst im Herbst auf den Markt kommen werden, bereits vorab nicht nur sehen, sondern auch anfassen. Wir waren sehr erstaunt, dass auch sehr viele Glas- und Porzellan Firmen wie Royal Copenhagen und Wedgwood zum Firmenportfolio gehören.
Nachmittags besuchten wir das Designviertel von Helsinki, mit hübschen kleinen Lädchen und sehr individuell gestalteten Produkten. Wer war bereits in einer „Sauna-Boutique“?
Direkt am Senatsplatz wurde ein typisch finnisches Abendessen mit Rentiersteak serviert. Das passende Bier konnte für 8,40 Euro dazu bestellt werden. Kippis – Prost.
 

Dass das Preisgefüge in Finnland ein völlig anderes ist als bei uns, bestätigte sich auch am nächsten Tag in den besuchten Gartencentern. Geranien für zum Teil 8,- Euro, Petunienampeln für 29,- Euro, große Schnittrosen für bis zu 12,- Euro. Der durchschnittliche Stundenlohn liegt im Gartencenter angefangen bei 9,50 – 15,- Euro. Durch die kurze Pflanzzeit vertreiben einige Betriebe auch verstärkt Schnittblumen und haben dann, bis auf Midsommer, rund um das Jahr 7 Tage die Woche geöffnet. Andere Unternehmen konzentrieren sich auf das Saisongeschäft. Die Auswahl und Qualität der Stauden und Beetpflanzen war bei Muhevainen (einem Familienunternehmen mit 4 Filialen) richtig beeindruckend. Hier konnte man die Leidenschaft für Pflanzen durchgehend sehen, auch bei den Mitarbeitern.
Zentralgesteuerte Filialunternehmen wie Plantagen hatten es in dieser Saison schwer, da die Lieferung der Beet- und Balkonware über die Zentrale aus Norwegen einfach zu lange gedauert hat. Als letztes waren wir bei der Präsidentin des finnischen Gartencenter Verbandes Katja Nikkari. Die frischen Zimtschnecken waren köstlich und das Abendessen auf einer kleinen, vorgelagerten Felseninsel rundete den Tag ab. Die Temperaturen hatten sich über Nacht auf mittlerweile 13°C abgekühlt.

 
In Erinnerung werden uns die sympathischen Menschen bleiben, die sich mit den Gegebenheiten ihres Landes auf sehr gelassene Art und Weise arrangiert haben und sicher auch unsere ortskundige Reiseleiterin Frau Woll, die uns sehr offen und einfühlsam Einblicke in ihre Kultur gegeben hat. Wir haben ein für uns alle neues Land kennenlernen dürfen.
 

Die Gespräche unter Kollegen, der aktive Austausch miteinander ist auch diesmal wieder sehr wertvoll gewesen. Es war eine gelungene Reise.
Und da „nach” der Reise bei uns auch „vor“ der Reise ist, darf ich Sie alle schon jetzt zu unserer Winterreise am 5.-6. Dezember in die holländischen Gartencenter einladen. Sie werden möglicherweise überrascht sein, was sich dort in den letzten Jahren im Weihnachtsmarktbereich getan hat. Noch sind ein paar Plätze frei.
 
Kiitos – DANKE

 

Ihre Martina Mensing-Meckelburg