IGCC 2017 in Kanada

„let´s go on an adventure“,

so lautete das Motto des diesjährigen Internationalen Gartencenter Kongresses in Toronto.

230 Teilnehmer aus 21 Nationen haben daran teilgenommen.
Kanada feiert in diesem Jahr sein 150jähriges Bestehen. Überall wurden die Parks herausgeputzt,
die Straßen beflaggt und viele kostenlose Ausstellungen angeboten, sowie freier Eintritt in die National Parks gewährt.
Der Blick auf das Weltnaturerbe, die Niagrarafälle, war grandios.
Wir haben in diesen 5 Tagen einen guten Einblick in die Gartencenterszene und auch in die Situation der Baumschulen und Produktionsbetriebe erhalten. Ab dem nächsten Jahr wird der Mindestlohn in Kanada um 30%  auf 15 kanadische Dollar hochgesetzt, eine große Herausforderung für die Branche, die in der Saison bisher gern auf Studenten zurückgegriffen hat. Nun stellt sich die Frage, wie effizient sind diese Arbeitskräfte tatsächlich.
Zu unserem Erstaunen, gab es weder Cafes, noch Restaurants in den Gartencentern, dies ist den schwierigen rechtlichen Rahmenbedingungen geschuldet.
Herausragend war ua das Gartencenter Sheridan, daß seit 1952 in der Innenstadt von Toronto ansässig ist.
Das hat das absolut (vermutlich weltweit) beste Verhältnis von Parkplatzanzahl zu Umsatz:
mit nur 3 verfügbaren Parkplätzen vor dem Geschäft und 20 Parkplätzen für max 30min. wird trotzdem ein Jahresumsatz von 9 mio kanadischer Dollar generiert!
Keine Pflanze steht länger als 18h im Geschäft. Die Preise der Topfarrangements befinden sich im gehobenen Preissegment.
1 Million kaufkräftige Einwohner wohnen im Umkreis von nur 10 km.
Chrysanthemenbüsche, die hier „Mum´s“ genannt werden, verkaufen sich am besten vollblühend, genauso wie alle anderen Beetpflanzen, die auch nur in voller Blüte gut über den Ladentisch gehen.
Die Größe der Zierkohlpflanzen war ebenfalls beeindruckend.
Neu an dem diesjährigen IGCA war die Möglichkeit, bereits vor dem Frühstück an einem Businesstalk teilnehmen zu können.
So referierte Judy Sharpton, eine sehr erfahrene Shopkonzeptentwicklerin und Marketing Expertin, über Amazon und Whole Foods und wie wir eigene, auf unsere Branche zugeschnittene Konzepte entwickeln und umsetzen können.
Eine weitere Neuerung war der „interaktive Bus“. Hier saßen verschiedene Nationen zusammen im Bus und haben während der Fahrt beispielsweise über ihre diversen Marketingkonzepte und E-learning Programme berichtet.
Guy Topping von Barton Grange (Betreiber eines der besten Gartencenter Englands) ist in der Umsetzung, direkt neben seinem Gartencenter einen kompletten Unterhaltungskomplex mit ua Bowlingbahn und Wohlfühloase für die Damen zu bauen.
Selbstverständlich war auch wieder ein Bus mit Junioren unterwegs. Die Kontakte, die hier geknüpft werden, sind in unserer immer globaler werdenden Welt wichtig.
Durch diese Kontakte kann sehr einfach ein Auslandspraktikum arrangiert werden. Solche Chancen gilt es zu nutzen!
Voneinander und miteinander lernen, sowohl mit den Großen und auch den etwas Kleineren der Branche offen reden zu können, ist ein großer Benefit des internationalen Kongresses.
Wie sagte ein Teilnehmer, der zum ersten mal dabei war,  sehr treffend:
Ihr seid wie eine große Familie, die sich lange nicht gesehen und sich aufeinander freut.
Am Ende verriet er mir, es sei schön, jetzt auch Mitglied dieser „Familie“ zu sein.
Die nächste Möglichkeit, ebenfalls „Familienmitglied“ des IGCA  zu werden besteht vom 16.-21.September 2018 in Prag.
Herzliche Grüße
Martina Mensing-Meckelburg