VDG – Geschichte

2016  –  56 Jahre Gartencenterverband G_Dinger

 

Die erste Zusammenkunft von selbstbedienungsinteressierten Gärtnern fand am 8. / 9. Februar 1960 in Düsseldorf auf Initiative des Journalisten Gerhard Klette statt.

 

Selbstbedienung im Gartenbau, ein vielversprechendes Wort. Die Realität war damals eine Andere. Baumschulpflanzen gab es wurzelnackt, Ballenware war schon ein Fortschritt. Stauden waren ausgepflanzt und wurden im Beisein der Kunden ausgegraben und in Papier verpackt. Sommerblumen wurden ebenfalls ausgepflanzt, es waren eher größere Jungpflanzen von Eisbegonien, Tagetes oder Calendula, die den Kunden verkauft wurden.

 

Die (selbstgemischte) Erde wurde den Kunden in mitgebrachte Eimer oder Wannen geschaufelt. Torf gab es lattenverpackt, es wurde hingenommen, wenn ‚etwas‘ Schmutz auf dem Rücksitz des VW-Käfers war. Lediglich die Topfpflanzen eigneten sich für die Selbstbedienung.

 

Zur Bundesgartenschau in Köln im Jahre 1958 eröffnete Herr Conradi an der Seilbahnstation die erste Selbstbedienungsgärtnerei Deutschlands.

 

So hörten im Jahr 1959 die Eltern von Gunter und Wilfried Dinger einen Vortrag vom weit gereisten Herrn Klette. Sie holten Herrn Klette nach Köln und dort wiederholte er seine Ausführungen zum Preis von 50 Mark, vor den damals 24 und 25 jährigen Söhnen.
Am 17. März 1960 eröffnete Familie Dinger das erste Gartencenter Europas!

 

zeitung-sb-praktikerGunter und Wilfried Dinger gehörten dann auch zu der Gruppe, die in Düsseldorf erstmalig zusammenkamen und woraus dann die ISG entstand, die Interessengemeinschaft für Selbstbedienung im Gartenbau. Die Organisation, aus der die heutige IGCA und der VDG hervorgingen. Weitere Teilnehmer der ersten Stunde waren Walter Ensslin, Klaus Kölle und Herr Iben.

 

Am 28. + 29. August 1960 gab es dann den ersten Kongress in Saarbrücken. Dem Vorstand gehörten damals an, Sven Rosenberg aus Schweden, A. Meijer Troche aus Holland, Walter Liebi Schweiz, Ferdinand Schick Österreich, Walter Ensslin Deutschland. Herr Gerhard Klette wurde der geschäftsführende Vorsitzende des internationalen Verbandes und prägte die ersten Jahre wesentlich.

 

Damals wurden 5 Arbeitskreise gegründet, die die Interessen der damaligen Zeit spiegeln:

 

1.    Organisation, Technik und Rationalisierung

2.    Das Warensortiment im Gartencenter

3.    Bebilderung und Etikettierung

4.    Verpackung

5.    Werbung

 

Etiketten wurden alle handschriftlich erstellt, am POS gab es handschriftliche Plakate mit ausgeschnittenen Bildern aus gärtnerischen Katalogen. Plastik war noch selten, daher topfte man die ersten Baumschulartikel in ausgediente Marmeladeneimer aus Blech, wehe die verbeulten, dann mussten die Pflanzen mit dem Dosenöffner befreit werden.

 

Amerika war das große Vorbild, dorthin führte auch so manche Reise. Doch Europa lernte schnell. So topfte man bei Dingers die Rosen in Container und konnte Ende der 60iger Jahre schon 30. Tsd. Container-Rosen im eigenen Gartencenter an die Endverbraucher verkaufen. Wahrlich goldene Jahre, in denen die Nachfrage größer als das Angebot war.

 

ag-gartencenterAnlässlich der grünen Woche fand damals ein Kongress in Berlin statt, die erste Wintertagung aus heutiger Sicht.

 

Im Jahre 1968 kam es zu Differenzen im Verband, die zu Umstrukturierungen führten. Im internationalen Verband konnten nur noch die Länder, nicht die einzelnen Betriebe Mitglied sein. So wurde der heutige, nationale Verband notwendig.

 

Anlässlich der Sommertagung 1968 des Bundes deutscher Baumschulen in Wiesbaden fand dort eine erste Zusammenkunft von Interessenten für einen Verband Deutscher Garten-Center statt.

 

Der damalige Vorstandsvorsitzende war Heinz Dwornitzak, dessen Betrieb, Gartencenter Nordharz GmbH, heute noch Mitglied in unserem Verband ist. Gegründet wurde der Verband dann endgültig am 10. August 1968.

 

Am 20. Oktober 1969 wurde der Verband Deutscher Garten-Center e. V. im Vereinsregister Mannheim eingetragen. Von 1973 bis Ende 1995 gab es die „Arbeitsgemeinschaft der Garten-Center-Betriebe“ zwischen dem Bundesverband Deutscher Samenkaufleute und Pflanzenzüchter und dem VDG. Beide Verbände wollten zum Vorteil ihrer Mitglieder zusammenarbeiten.
Der Sitz des VDG´s wechselte 1974 nach Bonn, wo es eine Bürogemeinschaft mit dem BDSP gab. Ab dem 01. Dezember 1995 hatte der Verband seine eigene Geschäftsstelle in der Borsigallee 10 in Bonn.

 

Unsere GmbH gibt es übrigens erst seit 1996.

 

Was uns besonders freut ist, dass aus einigen Betrieben der ersten Stunde mittlerweile schon die zweite und dritte Generation in unserem Verband aktiv ist. Die immer wieder entstehenden VDG Juniorengruppen, werden die Zukunft des Verbandes prägen.

 

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Herzlichen Dank an Herrn Gunter Dinger! 
Er hat viele Unterlagen aus den Anfängen des Verbandes und der Fortentwicklung gesammelt. Seinen Erzählungen zu lauschen hat viel Freude bereitet.