Rückblick zur VDG-Sommerreise: Irland – fast nicht in Worten zu erfassen

Menschen machen Geschäft mit Menschen

 

Wer ist „RACHEL“?

 

Eine leidenschaftliche irische Gartencenter-Unternehmerin mit großem Durchsetzungsvermögen, mit einem Blick, der immer auf das absolute Wohl des Kunden gerichtet ist und das Ganze verbunden mit einer sehr offenen Herzlichkeit.

 

50 VDG-Mitglieder sind letzte Woche nach Irland gereist, um dort u.a. Rachels Gartencenter „Arboretum Home and Garden Heaven“, eines der besten Gartencenter Europas, zu sehen.

 

Doch zurück zum Anfang der Reise:

 

Warum Irland die „Grüne Insel“ ist, haben wir bereits kurz nach unserer Ankunft in Dublin durch die vielen verschiedenen Arten von Wetter, wie Regen/Sonne/Wind und Mischungen aus allem, kennengelernt!

 

Der Guinness-Store beeindruckte durch seine Architektur, Marketingkonzept und die fantastische Rundum-Aussicht!
Slanther” heißt auf Gälisch “Prost”, eine wichtige Vokabel in Irland. Und irgendwie schmeckt das Guinness hier auch viel besser als daheim…

 

Am Montag ging es zu den ersten Gartencentern und zwei der schönsten Gartenparkanlagen Europas (laut National Geographics).

 

Gerry, der Inhaber von Orchard Garden Center, empfing uns persönlich und erklärte sein Gartencenter Konzept, das sich mehr auf das Interieur und das Outdoor-Living fokussiert. Wir waren begeistert von der wirklich schicken und eleganten Möbelabteilung.

 

Im Regen fuhren wir weiter nach Powerscourt, ein streng im viktorianischen Stil gehaltenes Anwesen. Bei Sonnenschein erkundeten wir die wunderschön angelegten Gärten, auch den Haustierfriedhof und den längsten Kräutergarten.

 

Im Arboretum Kilquade zeigte uns Barry Doyle (Sohn von Rachel) das 2015 erworbene Grundstück. Neben dem neu erbauten Gartencenter und dem Café umfasst die Anlage auch ca. 20 verschiedene Designer-Gärten.

 

Diese Kleinode mit ihrer exquisiten Pflanzenauswahl und verschiedenen Sitz-Möglichkeiten, um die Blicke schweifen zu lassen, sind einfach herrlich und der Öffentlichkeit kostenlos zugänglich.

 

Aber irgendwann mussten wir uns trennen und weiter zur Parkanlage „Mount Usher“ fahren. Hier lautete das Motto für die Gestaltung: „Die Kunst an sich ist die Natur“. Wildromantisch präsentierte sich die Gartenanlage. Überall, auch entlang des Flusses, waren viele Pflanzen-Raritäten zu sehen, die jedes Gärtnerherz höher schlagen ließen. Es war ein wenig wie bei „Rosamunde Pilcher“, Balsam fürs Auge und die Seele. Ich glaube, uns alle überkam das Gefühl der Ruhe, der Bewunderung für die Schönheit der Natur und irgendwie auch ein entspanntes Lächeln.

 

Auf der Fahrt durch die Wicklow Berge vorbei an unzähligen Schafweiden, sanften Hügeln und kleinen Ortschaften erreichten wir „Johnnie Fox“, einen der ältesten Pubs Irlands.

 

Bei einem traditionellen Abendessen unterhielten uns Musiker mit typisch irischen Pubsongs. Die Stimmung stieg noch mehr, als die Irish Dancers auftraten. Unglaublich, wie schnell hier gesteppt wurde. Ich konnte meine Qualifikationen durch ein irisches “Tanz-Diplom“ erweitern….

 

Schade, manchmal geht die Zeit zu schnell vorbei!

 

Am nächsten Morgen ging es früh los zum neu eröffneten Flagship-Store von Avoca. Eine irische Kette, die sowohl in Irland produzierte Wollschals als auch Dekorationsartikel vertreibt, aber auch einen sehr gut sortierten, regionalen Lebensmittelmarktplatz führt. Ein besonderer Frequenzbringer sind vor allem die Restaurants, mit ganz ausgezeichnetem, frisch gekochten Essen. Der neueste und damit 11. Store wurde in einem ehemaligen Gewächshaus errichtet.

 

Avoca verbindet Tradition mit Moderne, in einer Atmosphäre von Geborgenheit. Erstmalig können die Gäste vom Restaurant aus direkt auf die Gemüsebeete schauen. Der Name des Restaurants lautet sinnigerweise: „Farm to Fork“.

 

Beim Metzger lag das herrlichste Fleisch und es wurde sehr bedauert, dass wir nicht auf der Stelle eines dieser appetitlichen T-Bone Steaks grillen und essen konnten.

 

Weiter ging es zum Johnstown Gartencenter, das seinen Schwerpunkt eindeutig auf die Pflanze gelegt hatte. Ihr Anspruch ist es, ein wahres Gärtner-Gartencenter zu sein. Haushaltswaren, Lebensmittel, Grill, Outdoormöbel, Gewächshäuser und natürlich ein Restaurant gehörten aber ebenso zum Sortiment dazu.

 

Ja, und dann ging es zu Rachel. Herzlich wurden wir empfangen. Beeindruckend die Qualität der Pflanzen, die Sauberkeit, die Freundlichkeit der Mitarbeiter und jeder spürte, hier trägt alles Rachels Handschrift (bis hin zu den „blumigen“ Toilettenanlagen, sehenswert).

 

Mittels einer Powerpoint Präsentation erklärte sie uns ihren und den Werdegang des Gartencenters. Ihre Firmenphilosophie richtet sich vollends darauf, den Kunden mehr als nur zufrieden zu stellen! Hier IST der Kunde König. Unterstützt wird dieses System durch eine individualisiertere Kundenkarte. Mit Hilfe der Technologie (Digital Transformation) können Kunden gezielt Mailings und auch Gutscheine zu einem Thema, das sie interessiert, erhalten. Werbung wird, laut Fergal Doyle (verantwortlich für IT), nur noch über die knapp 40.000 Mailadressen betrieben.

 

Mit Informationen über die Geschichte Irlands, die große Hungersnot, die National-Symbole (wie Harfe und 3-blättriges Kleeblatt) ging die Fahrt zu dem Programmpunkt, der bisher noch nicht bekannt gegeben wurde.

 

Einige Mitreisenden versuchten anhand von Google Maps und der Route des Busfahrers zu erkennen, was wohl als nächstes auf sie zukommt. Es gab Spekulationen über Schaf-Scher-Wettbewerbe bis zu gälischem Fußball spielen oder Hurling.

 

Schlussendlich sind wird aber bei der aus zahlreichen TV-Kochshows in Irland, England und Amerika bekannten TV-Köchin Catherine Fulvio in ihrer idyllisch gelegenen Kochschule ausgestiegen. Irgendwie war die Erleichterung groß, anstatt Schafwolle Kartoffeln, Fleisch und Zwiebeln zu schnippeln. Zum traditionellen irischen Essen gehört, dass auch ordentlich Guinness mitverarbeitet wird. Die Zubereitung hat uns allen sehr viel Freude gemacht, neue Teams haben sich gefunden. Malerische Salat-Blumenwiesen sind auf den Tellern entstanden und die Cupcake-Dekorateure übertrafen sich gegenseitig.  UND, ganz entscheidend: es hat alles richtig gut geschmeckt!

 

Wir verdanken dieses ganz besondere Event dem Sponsoring von Edward Conroy, Inhaber von Westland und Seramis. Klemens Brummert zeigte kurz die Neuausrichtung der Firma Seramis. In den für den englischen Markt produzierten Werbespots sah man ganz deutlich, dass der Schwerpunkt in der Werbung vom eigentlichen Produkt weg geht, hin zu mehr Emotionen und dem Nutzen, den der Kunde am Ende hat. Edward berichtete, dass er bereits mit 15 Jahren die Schule verließ und wie er sein Unternehmen als Pilz-Erdenverkäufer gestartet hat. Oft ist er „hingefallen“, aber er ist immer wieder „aufgestanden“ und hat nie den Glauben und den Mut verloren. Zum Thema Brexit blieb er cool: Blumenerde und Dünger werden mit und ohne Brexit gebraucht. Lösungen werden gefunden werden.

 

Am Ende demonstrierte uns die Starköchin Catherine persönlich die Zubereitung eines echten Irish Coffees. Er schmeckt nach mehr…

 

Highlight des letzten Tages (und auch ein Überraschungsmoment!) war eine Präsentation bei Microsoft in der neuen Zentrale für Europa (2000 Mitarbeiter). Thema: „Die Zukunft des Online Handels“. Spannend und sicher ein großes Privileg, dass wir einen kurzen Einblick bei Microsoft erhalten konnten.

 

Microsoft arbeitet an Lösungen, zusammen mit Partnerfirmen, bei denen auch kleine und mittelständische Unternehmen die Möglichkeit haben, an der Digital Transformation teilzunehmen. Es handelt sich dabei unter anderem um die Verknüpfung von Kundendaten über alle Unternehmensbereiche hinweg bis zur Individualisierung der persönlichen Kundenansprache. Fergal hat es mit seiner Kundenkarte in Rachels Gartencenter bereits umgesetzt.

 

Der Abschluss unserer Irlandreise war das „Malahide Gardenhouse“. Deren Gartencenter Konzept zielt nur auf Emotionalisierung ab. Pflanzen werden in Farbthemenwelten gezeigt. Es besteht kein Anspruch auf Vollständigkeit des Sortiments. Alle 6-8 Wochen ändert sich das Erscheinungsbild der Pflanzen, aber auch der des Interieur Bereiches. Es gab einen letzten Skone (Rezept kann nachgefragt werden) und einen Kaffee und schon mussten wir die irische Idylle in Richtung Flughafen verlassen.

 

Fazit:

 

–          In Irland gibt es kein Amazon

–          Der Kunde ist im Gartencenter der „König“, Service und Freundlichkeit wird großgeschrieben

–          Preiskämpfe mit dem DIY finden nicht statt, es wird auf Qualität gesetzt

–          Die Warenpräsentation setzt stark auf Emotionen (besonders bei Avoca)

–          Frequenz wird vor allem durch Restaurants erreicht, die täglich frische, ausgemachte und regionale Küche anbieten

–          Die Verknüpfung von ONLINE und OFFLINE findet bereits statt

 

Ich möchte mich noch einmal ganz herzlich für die organisatorische Unterstützung und das Sponsoring durch das Team von Westland durch Vermittlung von Klemens Brummert und bei unserem Büro Frau Lenz bedanken.

Sicher, es gäbe noch unzähliges mehr zu berichten aus und über dieses wunderschöne Land mit seinen offenen Menschen. Fragen Sie die Mitreisenden oder kommen Sie demnächst einfach selber mit.

 

Ich bin mir aber ganz sicher, dass Sie in näherer Zukunft auch etwas mehr erfahren werden durch die mitgereisten Journalisten: Frau Renate Veth von der „Taspo”, Herrn Fabian Forer von „Markt in Grün“ und von Oliver Mathys „Grüner Markt“ (von Oliver gab es bereits während der Reise Posts auf Facebook).

 

Es hat mir viel Freude bereitet Ihre Reiseleiterin zu sein.

 

Danke, dass Sie dabei waren!

Bis bald, vielleicht auf ein „Slanther“ (Prost) bei der VDG – Happy Hour auf der Spoga&Gafa (Passage 4-5; Stand: A28/B29) am Sonntag zwischen 17-18h

Herzlichst

Martina Mensing-Meckelburg