Feuerbakterium Xylella ist eine große Gefahr!

Urlaubssouvenirs: Ein oft unterschätztes Gefahrenpotential

Urlauber können der Versuchung erliegen, den einen oder anderen Ableger einer schönen Pflanze als Erinnerung an einen schönen Urlaub mitzubringen. Dabei ist der Fehlglaube zumeist, dass man eine solche Pflanze rein für sich isoliert mitnimmt. Jede Pflanze weist für sich eine eigenständige Mikrofauna bestehend aus verschiedensten Kleinstlebewesen auf, welche unbewusst mit der Pflanze einwandern können. Das Wissen vieler Hobbygärtner reicht dann in der alten Heimat vielfach aus, um diese Stecklinge in eigenen Gartenbeständen zu etablieren. Die Folgen können gravierend sein, führen diese Souvenirs im schlimmsten Fall Bakterien, Viren oder andere Organismen mit sich, die anschließend über Krankheitsüberträger (z.B. blattsaugende Insekten) verbreitet werden können. Auch wandern möglicherweise unbeobachtet Insekten auf den Pflanzen selbst in eine neue Heimat ein, in welcher diese sich aufgrund ihrer Anpassungsfähigkeit etablieren können.

Pflanzen von Privatkunden im Überwinterungsquartier

Der erste Fall von Xyllela fastidiosa in Deutschland fand in einer Gärtnerei in Sachsen statt. Es handelte sich beim positiven Fund um eine Oleanderpflanze aus einem Privatbestand, welche für eine Überwinterung beim Betrieb abgegeben wurde. Bei der Annahme derartige Aufträge sollte stets die Herkunft und das Alter der einzuquartierenden Pflanzen erfragt werden, um potentielle Gefährdungskandidaten aus dem Betrieb fernzuhalten. Die Folgen eines Fundes von Xyllela fastidiosa, können für einen Betrieb verheerend ausfallen. In Sachsen und Thüringen führte dies zur Bildung einer Befalls- und einer Pufferzone, aus welchen keine bekannten Wirtspflanzen verbracht werden dürfen.

Verantwortung von Produktion, Handel und Verbraucher in Bezug auf die Pflanzengesundheit – Potentielle Eintrittspforten für neue Schadorganismen

Die Gartencenter sind es gewohnt, aus südeuropäischen Ländern Pflanzen zu importieren. Dabei ist es wichtiger denn je, auf die Pflanzengesundheit zu achten…

Durch den weltweit zunehmenden Handel mit Pflanzen und Pflanzenprodukten sowie dem Tourismus wächst das Risiko der Ein- und Verschleppung von Pflanzenkrankheiten und –schädlingen. Diese können erhebliche wirtschaftliche und ökologische Auswirkungen haben, sobald diese sich in einem Pflanzenbestand oder einem Gebiet etablieren konnten. Pflanzen und Pflanzenerzeugnisse sind in Deutschland und der Europäischen Union (EU) vor diesen Schadorganismen zu schützen.

Eine der größten aktuellen Herausforderungen stellt das sog. Feuerbakterium Xyllela fastidiosa dar. Italien, Frankreich und Deutschland mussten im Verlauf der letzten zwei Jahre bereits positive Funde melden. Das große Wirtspflanzenspektrum bei gleichzeitig sehr variabler Ausprägung von durch Xyllela fastidiosa verursachten Schadsymptomen verdeutlicht die Schwierigkeit der Kontrolle und die Wichtigkeit eines aufmerksamen Verhaltens im internationalen Warenverkehr.

Eine Vielzahl pflanzlicher Erzeugnisse können aufgrund gewisser Verkaufszyklen nur für kurze Zeit im Handel angetroffen werden. Eine Kontrolle im eigenen Betrieb ist nur schwer zu realisieren und so droht die Gefahr einer nicht mehr nachvollziehbaren Ausbreitung von Krankheitserregern. Die Prüfung von zugekaufter Ware bereits im Herkunftsland ist eine effektive Maßnahme zur Vermeidung einer möglichen Einschleppung. Aber auch der Wareneingang sollte sehr sorgfältig geprüft werden! Die Gefahr besteht, das ganze Regionen vom Pflanzenhandel mit gefährdeten Arten ausgeschlossen werden!